Neue Praterstraße – leider nur eine Schmalspur-Variante der Grünen Pläne

Die neue Praterstraße soll ein Vorzeigeprojekt der SPÖ werden. Einiges an dem Konzept finden wir auch ganz gut, wobei vieles von den Grünen Planungen übernommen wurde. Noch handle es sich um eine Grobplanung, heißt es. Wir haben nicht nur eine Menge Vorschläge für die Detailplanung, sondern stellen auch konkrete Forderungen.

„Klimaboulevard Praterstraße“ – im Herbst 2020 präsentierten die damalige Grüne Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger und die damalige Grüne Verkehrsstadträtin Birgit Hebein die Pläne. Kurz nach den Wien-Wahlen wurde das Projekt erst mal auf Eis gelegt – und damit auch die Ergebnisse der breit angelegten Bürger:innenbeteiligung. Nun wurde das „überarbeitete“ (Ulli Sima) Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt.

So sehen unsere Pläne für die Praterstraße aus! – Rendering Herbst 2020

Auch stadteinwärts reicht eine Fahrspur!

Gegen den Pop-up-Radweg stadtauswärts, der 2020 schon mal zeigte, dass eine Spur für den motorisierten Verkehr genug ist, wetterte der jetzige Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) noch vehement. Jetzt lobt er sich und seine Stadträtin
Ulrike Sima für den „Mega-Radhighway“, von dem die Praterstraße ein wichtiger Teil sein soll. Leider ist dieser nicht so „mega“, wie angekündigt: Ja, stadtauswärts soll nun doch eine Autospur zugunsten eines breiten 2-Richtungsradweg weichen. Aber der enge Radweg auf der anderen Seite soll so bleiben, womit es sich dort durch den zunehmenden Radverkehr immer mehr stauen würde. Wir fordern auch stadteinwärts die Reduktion auf eine Fahrspur und einen breiteren Radweg!

Damit es wirklich „mega“ wird

Sowohl für die Kreuzungen (Rotensterngasse, Nestroyplatz) als auch für die Engstellen muss es gute Lösungen für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen geben. Für die Kreuzungen fordern wir sogenannte protected intersections und möglichst wenig Wartezeit für den nicht motorisierten Verkehr.

In der Lassallestraße möchte die SPÖ eine Autospur auflassen, um Raum für die Verbreiterung des bestehenden Zweirichtungsradwegs zu schaffen. Allerdings werden damit die Problemstellen dieses Radwegs (wie z. B. die Kreuzung Vorgartenstraße) nicht entschärft. Dazu bliebe das Stuwerviertel weiterhin nicht ans Radnetz angebunden. Wir fordern einen durchgehenden Radweg auch auf der südlichen Seite der Lassallestraße – dafür gibt es bereits Pläne der MA 28 („Straßenverwaltung und Straßenbau“).

Stau am Radweg auf der Praterstraße stadteinwärts
Stau auf der Praterstraße stadteinwärts

Wir fordern einen Klimaboulevard!

Das Grüne Projekt sah mehr als 80 neue Bäume in der Praterstraße und Aspernbrückengasse vor. Sima hingegen sprach bei der Präsentation nur von Gräserbeeten und Hochstammsträuchern am Mittelstreifen. Wir fordern die Umsetzung der Grünen Pläne – die Errichtung einer 3. Baumreihe in der Straßenmitte östlich des Nestroyplatzes sowie weitere Baumpflanzungen.

Auf einem Boulevard lässt es sich natürlich gut flanieren. Auch dafür hatten und haben wir konkrete Vorschläge:

  • eine Fußgänger:innenzone am Rosl-Berndt-Platz
  • die Öffnung und Umgestaltung des Therese Krones-Parks
  • eine attraktive Gestaltung des Nestroyplatzes
  • und eine Begegnungszone in der Praterstraße westlich der
    Aspernbrückengasse.

Die Einführung von Tempo 30 auf der Praterstraße ist ebenfalls eine wichtige Forderung von uns. Denn Tempo 30 bedeutet weniger Lärm und mehr Sicherheit für alle.

Der erste Schritt in die richtige Richtung ist gesetzt. Jetzt kommt es darauf an, konsequent weiterzugehen.

Unser Plan im Herbst 2020