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am 13. Mai

Wie ist das ... mit dem Nachpflanzen der Bäume?

Uschi Lichtenegger - Bäume sind gut für die Seele, spenden Schatten, binden CO2 und Feinstaub und schützen vor Verkehrslärm. Aber dass die Leopoldstadt so grün ist, ist keine Selbstverständlichkeit.

Die Grünen machen ernst

„§ 6. (1) Wird die Entfernung eines Baumes bewilligt, so ist [...] nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen eine Ersatzpflanzung durchzuführen.“ (Wiener Baumschutzgesetz von 1974)  

Die Klimakrise führte bereits in den Jahren 2013-2016 zu einem rasanten Baumsterben. Ersatzpflanzungen, finanziert durch den Bezirk, waren notwendig. Dank einer finanziellen Unterstützung der Stadt Wien konnte der 2. Bezirk von 2017 bis 2019 nicht nur die aktuellen, sondern auch jene Nachpflanzungen vornehmen, die die vorherige Bezirksvorstehung verabsäumt hatte. Eine junger Ersatzbaum kostet zwischen 700 und 1.500 Euro, wobei für einen Baum reiferen Alters auch schon mal etwa 3.000 Euro (Ahornbaum mit Stammumfang 25, 30 cm) zu berappen sind. Hinzukommen Pflanzkosten bis zu 1.500 Euro. Der 2. Bezirk hat in den letzten 2 Jahren hunderte Bäume gepflanzt und das Budget dafür kräftig erhöht. Bei neuen Baumscheiben sind die Kosten ungleich höher –rund 25.000 Euro mit Begrünung und Bewässerung. Die Stadt Wien wird in Kürze mit einem Bezirksbegrünungsprojekt mit Pilotbezirken starten, um hier unterstützend zu wirken.
Auch für Bäume auf Privatgrund gilt das Baumschutzgesetz. Die Pflicht zur Ersatzpflanzung gilt übrigens erst dann als erfüllt, wenn die Bäume fünf Jahre keine Anzeichen von Schädigungen aufweisen.​

Baum ist nicht Baum
Für einen gefällten Baum mit einem Stammumfang von 40 bis 45 cm müssen zum Beispiel drei neue Bäume eingesetzt werden, danach alle angefangenen 15 cm plus ein Baum. Welche Baumart nachgepflanzt wird, prüft die MA42, das Stadtgartenamt. Denn nicht jeder Baum ist für jeden Platz geeignet. Und manch vertraute Baumart ist den Anforderungen des Stadtlebens nicht mehr gewachsen, leidet am Staub, Lärm und den beengten Wachstumsverhältnissen. Den weiß blühenden Rosskastanien – u. a. in der Praterallee zu sehen – setzt auch die Miniermotte zu, weswegen bei Neupflanzungen außerhalb von historischen Alleen die resistentere rosa blühende Kastanienart bevorzugt wird.
 
Ach, wie schön wäre hier ein Baum!
Gasleitungen, Fernwärme, Kanal und andere unter der Erde liegende Einbauten verhindern oft eine Pflanzung. Es gibt aber auch Lösungen wie in der Novaragasse, in der Bäume in Töpfen für die grüne Wohlfühl-Atmosphäre sorgen. Für alle Bäume ist die regelmäßige Wasserversorgung sehr wichtig. Aufgrund der Klimakrise und der heißen Sommer setzt das Stadtgartenamt jetzt vermehrt auf die grünen Plastiksäcke, die Wasser über mehrere Tage verteilt an die frisch gepflanzten Bäume abgibt.




ENTWICKLUNG
BEZIRKSBUDGET
FÜR PFLANZUNGEN
2016.............137.742€
2017.............258.405€
2018.............213.614€
2019.............247.600€​​​