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am 22. Juli

Rasengleis Am Tabor - so schaut's aus

Wolfgang Kamptner, Bernhard Seitz - Wir Grüne sprechen uns klar für ein Rasengleis Am Tabor aus. Inhaltlich wird es auch von allen begrüßt. Leider spießt es sich an der Finanzierung. Ein kurzer Bericht zum aktuellen Stand der Diskussion.

Mit der Eröffnung des Schulcampus‘ Taborstraße im Nordbahnviertel mit Schulbeginn 2020 wird auch die Straßenbahnlinie O bis dorthin verlängert. Ein wichtiger Schritt für eine bessere öffentliche Erreichbarkeit des Nordbahnviertels. 

Zur Zeit spießt es sich allerdings an einem Detail.

Soll ein Teil der Strecke als Rasengleis ausgeführt werden oder soll dort die übliche betonierte Oberfläche zwischen den Gleisen kommen?

Wir Grüne sprechen uns natürlich für das Rasengleis aus, auch wenn das etwas mehr kostet. Der aktuelle Hitzesommer zeigt uns einmal mehr, wie wichtig es ist, alle Möglichkeiten zur Kühlung der Stadt auszuschöpfen. 

Beim fraglichen Abschnitt geht es um einen selbständigen Gleiskörper von ca. 110m Länge in Am Tabor, auf der ein Rasengleis - auch nach Auskunft der Wiener Linien - technisch möglich wäre. Rund 600 m² lineares Grün, das nicht nur eine Bereicherung für das Stadtbild wäre, sondern sich auch positiv auf das städtische Mikroklima auswirken würde. Die Pflanzen binden Staub, während das Substrat als Wasserspeicher fungiert. Dadurch wirkt es in den Sommermonaten kühlend auf die unmittelbare Umgebung. 

Auch im Grünroten Koalitionsabkommenvon 2015 werden Rasengleise positiv beurteilt. So heißt es unter anderem: „Beim Bau beziehungsweise der Realisierung von neuen Straßenbahnlinien findet auch immer eine Aufwertung beziehungsweise Attraktivierung des umliegenden öffentlichen Raumes statt. Der vermehrte Einsatz von linearen Grün- und Rasengleisen - als stadtgestalterisches Element und Beitrag zum Klimaschutz – wird untersucht.“

Und noch im März 2019 erklärte Öffi-Stadträtin Sima: Rasengleise tragen – so wie viele andere Begrünungsmaßnahmen – zur Abkühlung der Hitzeinseln in unserer Stadt bei, die aufgrund des globalen Klimawandels zunehmen und gegen die wir eine Vielzahl von Maßnahmen setzen“.

Ja, klingt gut, und warum macht man es dann nicht einfach?  

Wieder einmal dreht es sich ums liebe Geld. Laut Wiener Linien verursacht das Rasengleis beim Bau Mehrkosten in der Höhe von € 148.000,- plus € 3.300,- für die jährliche Betreuung.

Für uns ist klar, dass der Bezirk die jährlichen Betreuungskosten übernimmt. Aber nicht die Baukosten. Rasengleise bei Neubaustrecken sollten angesichts der Klimakrise eigentlich Stand der Technik sein und die Mehrkosten daher von den Wiener Linien im Zuge der Errichtung übernommen werden. Monatelange Verhandlungen mit der - für die Wiener Linien zuständigen - Stadträtin Sima haben aber leider zu keinem positiven Ergebnis geführt.

Also blieb Bezirksvorsteherin Lichtenegger nichts anderes übrig, als über eine Übernahme der gesamten Mehrkosten durch den Bezirk nachzudenken. Schließlich soll die Chance auf eine zusätzliche Grünfläche im Nordbahnviertel nicht leichtfertig vertan werden.

Doch die SPÖ Leopoldstadt​​ lehnte dies ab. Und ohne eine Mehrheit im Finanzausschuss darf der Bezirk diese Kosten nicht übernehmen.

Wie geht es nun weiter? 

Nach unseren Informationen wollen die Wiener Linien den Straßenbahnneubau Mitte August ausschreiben. Bis dahin muss die endgültige Entscheidung gefallen sein - mit oder ohne Rasengleis.

Rasengleis in Wien-Lainz
Rasengleis in Oslo
Rasengleis in Barcelona

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