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am 11. Juni

Die Bedrohung des Natur- und Er­ho­lungs­raums Freie Mitte durch einen Mistplatz

Bernhard Seitz - Die Freie Mitte ist gesichert – bedroht wird ihre Qualität aber von einem Mistplatz, den die MA 48 direkt daneben bauen möchte.

Die Freie Mitte entstammt nicht dem Genie irgendeiner/s Planungsverantwortlichen; vielmehr ist sie das Produkt eines politischen Prozesses, der sich von 2013 bis 2014, somit über 2 Jahre entfaltet hat.
 

​Einzigartiger Freiraum mitten in der Stadt
Im Bürger*innenbeteiligungsprozess „Nordbahnhof – Ein Grätzel stellt die Weichen“ wurde deutlich: Das Besondere dieses Ortes soll erhalten bleiben! Damals war für die Menschen vor Ort klar, dass diese einzigartige Mischung aus Überbleibseln von Industrie; einer Natur, die sich das Gelände zurückerobert, sowie dem aktiven Zusammenleben der Nachbar*innen erhalten bleiben soll.  

Im städtebaulichen Ideenwettbewerb zum Nordbahnhof gewann 2012 jenes Projekt, das den unkonventionellen Vorschlag enthielt, im neuen Stadtteil einen großen Freiraum – die Freie Mitte – mitsamt den sichtbaren Resten dessen Geschichte frei zu lassen. Von 2012 bis 2014 wurde auf Grundlage dieses Projekts das Leitbild für die Fläche entworfen. In letzter Minute wurde in dieses ein Umspannwerk in der Größenordnung von 3.600 m2 aufgenommen, das genau neben die Freien Mitte, nämlich an die Innstraße, kommen wird.

​Der Mistplatz direkt an der Freien Mitte muss verhindert werden!
In Folge beanspruchte 2015 die Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft ein 13.600 Quadratmeter großes Gebiet für die Übersiedelung des Mistplatzes aus der nahe gelegenen Dresdner Straße plus die Zusammenlegung von Fuhrpark- und Lagerstandorten. Als Bezirksvorsteherin konnte sich Uschi Lichtenegger bisher gegen dieses Vorhaben querlegen.

Wir Grüne machen uns seit fünf Jahren gegen dieses Projekt stark, weil wir der Meinung sind, dass es städtebaulich falsch ist, direkt an der Freie Mitte einen riesigen Mistplatz zu errichten, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Natur- und Erholungsraum befindet, auch wenn die geplante Fläche mittlerweile auf 6.000 m2 reduziert wurde. Der geplante Standort befindet sich in perfekter Wohnlage mit Südausrichtung und würde ein massives Verkehrs- und Lärmaufkommen direkt an den Park holen.


Die Alternative: Modernisierung des Mistplatzes Dresdner Straße
Unserer Meinung nach wäre es eine sehr gute Option, den Standort Dresdner Straße als Mistplatz zu erhalten, allerdings modernisiert, vergrößert und allen Sicherheitsanforderungen entsprechend. Dafür sollte er innerstädtische Qualitäten aufweisen, das heißt, er sollte auch zu Fuß und mit dem Rad gut erreichbar sein, und nicht nur mit dem Auto. Optimal wäre es, wenn es ein Leihsystem für Lastenräder gäbe, die für den Sperrmülltransport geeignet sind. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass es im Mistplatz einen Lehrbereich für Mülltrennung für alle Generationen gibt.

 
Uschi Lichtenegger – die Bezirksvorsteherin für die Freie Mitte
Uschi Lichtenegger hat die Freie Mitte in ihrer Größe und als naturnahen Freiraum gesichert. Ihr ist es zu verdanken, dass die Gestaltung der Freien Mitte jetzt schon stattfindet und nicht erst in ein paar Jahren und dass jegliche andere Nutzung der Fläche nicht mehr möglich ist.
 
Auch, ob der Mistplatz an der Freien Mitte kommt oder nicht, hängt davon ab, ob Ende 2020 die Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger heißt oder nicht.