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am 18. März

Unsere Frau des Jahres 2020: Sandra – Guide und noch viel mehr!

Uschi Lichtenegger, Nina Nöhrig - ​​Die Frau des Jahres ist ein Preis, den wir Grünen in der Leopoldstadt seit 2002 jedes Jahr zum Internationalen Frauentag am 08. März vergeben: an tolle, starke, beeindruckende Frauen, die sich für wichtige Anliegen der Zivilgesellschaft engagieren. Dieses Jahr feierten wir Sandra!

Mein allererster Eindruck von Sandra, der sich bis heute kaum geändert hat:
​ein rothaariges Energiebündel mit vifen Ideen und einem warmherzigen Kern. Sandra kann Menschen in den Bann ziehen und versteht es meisterhaft, ​ihre Erlebnisse in einer Kombination aus schonungsloser Ehrlichkeit
​und Wiener Schmäh zu präsentieren.
​Die Auszeichnung ‚Frau des Jahres‘ zeigt die Wertschätzung für Sandras Einsatz in der Leopoldstadt zum Thema ​Frauen in der Wohnungslosigkeit.
​Sie ist ein mutiges Sprachrohr für viele betroffene Frauen.
Teresa Bodner, Projektleiterin SUPERTRAMPS​​​​

​Unsere Frau des Jahres leitet Führungen bei SUPERTRAMPS​, einem Verein, der seit 2015 Touren durch Wien organisiert, die von obdach- und wohnungslosen Menschen konzipiert und geführt werden.​​

Dieses Jahr feierten wir am Frauentag in magdas Hotel ein Fest für Sandra, das ich, Nina Nöhrig, organisieren und moderieren durfte.
Meinen persönlichen Bericht sowie Fotos des sehr berührenden Abends findest du auf unserem BLOG:https://blog2.at/2020/03/18/ein-fest-fur-sandra-unsere-frau-des-jahres-2020/

Ich war bei einer Führung dabei:

Es ist ein Mittwoch im Jänner. 8 Uhr Früh. Es ist noch dämmrig, ein eiskalter Wind fegt über den Praterstern, der Nieselregen friert sofort auf der Straße. An diesem Morgen treffe ich Sandra, die heute für eine Schulklasse eine Tour durch die Leopoldstadt macht. Dabei steht die persönliche Geschichte ihrer Wohnungslosigkeit im Mittelpunkt.  Die jugendlichen Schülerinnen und Schüler sind sichtlich erstaunt, als Sandra vor ihnen steht. „Dachtet ihr, ich hätte schmutzige Kleidung an und würde stinken?“ Sie nicken und schauen betreten zur Seite. „Mit Jugendlichen arbeite ich besonders gerne“, wird mir Sandra später erzählen. „Hier kann man sehr viel bewirken und mit vielen Vorurteilen aufräumen. Dieses neue Wissen und die durchbrochenen Klischees können sie dann auch der älteren Generation vermitteln!“


Doch nicht nur Jugendliche und Schulklassen gehören zu den Zielgruppen von SUPERTRAMPS. So kann Sandra mit Stolz behaupten, ihre Geschichte mit Leuten aus der ganzen Welt zu teilen: Menschen, die als Touristinnen und Touristen in Wien sind; Firmen, die Betriebsausflüge machen; Familien, die sich die Touren gegenseitig schenken und die Sandra so für Themen wie Wohnungslosigkeit bei Frauen sensibilisieren kann. In den folgenden zwei Stunden führt uns Sandra mit viel Witz und Charme, viel Sarkasmus und viel Eindringlichkeit vom Praterstern zum Volkertmarkt und zeigt uns ein paar Stationen ihrer bewegten und bewegenden Vergangenheit, eines Lebens, das sich zu einem großen Teil auf der Straße abspielte, einer Vergangenheit, über die man am besten von ihr selbst im Rahmen einer Tour mit SUPERTRAMPS erfährt. 

Teresa Bodner, Projektleiterin beim Verein SUPERTRAMPS, erklärt: Tramps, so werden im Englischen Landstreicher und Obdachlose genannt. Hier in Wien heißen sie Supertramps, weil sie nicht über einen vermeintlichen Mangel, sondern über ihre Qualitäten, Persönlichkeiten und ihr Wissen definiert werden. Ein Wissen, das die (ehemalig) Obdachlosen bei Stadtführungen durch Wien an Interessierte weitergeben.

Du willst bei einer Führung von SUPERTRAMPS dabei sein? – ​​​supertramps.at


v. l. n. r. die Frauensprecherin der Grünen Barbara Huemer, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, die Frau des Jahres Sandra, Bezirskvorsteherin Uschi Lichtenegger, die Projektleiterin des Vereins SUPERTRAMPS Theresa Bodner, Bezirksrätin Nina Nöhrig