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am 19. Jänner

Der Wolferl ist tot – ein Nachruf von Karl Öllinger

Webredaktion der Grünen Leopoldstadt - Nach dem aktiven Bezirksrat Robert Wallner, der im Dezember verstorben ist, ist nun leider auch unerwartet ein früherer Grüner Bezirksrat gestorben.

Der Wolferl ist tot! Wolferl – so haben wir den Wolfgang R. Knapp genannt. Damals – in der soeben gegründeten Bezirksgruppe der Grünen Alternative, zu der damals nur wenige gefunden haben. Irgendwann vor ziemlich genau 30 Jahren ist er bei uns aufgetaucht – und pickengeblieben. Hat viele ermüdende Debatten in der Bezirksgruppe durchgehalten, obwohl er sich nie so wirklich als Parteimitglied oder -funktionär verstanden hat. Ab 1991 wurde er Bezirksrat, hat dann 1993 unterbrochen wegen seiner Prüfungen an der Uni (wenn ich mich recht erinnere), ist dann wieder eingestiegen im Mai 1995 und noch bis Ende 1996 geblieben.

Der Wolferl war ein politisches Talent, sagt Adi Hasch​, der auch nach meinem Ausscheiden
aus der Bezirksgruppe und dem Wechsel in den Nationalrat noch sein Kollege in der Bezirksvertretung war. Wolferl hat einige Stationen eines Bezirksrats absolviert: Verkehrskommission, Bezirksentwicklungskommission, Bezirkskatastrophenschutzkommission und Finanzausschuss. Dann hat’s ihm gereicht, und wir haben uns aus den Augen verloren. Es gab keinen Streit, sondern bloß das auch schon vorher spürbare Verlangen etwas Neues anzugehen.

Später, viel später hat der Wolferl dann noch einmal versucht, politisch bei etwas Neuem
anzudocken: 2017 bei der „Sektion ohne Namen“ der SPÖ. War wohl auch nicht die Entdeckung für ihn, denn kurz darauf dürfte er den Entschluss gefasst haben, sich eine neue Existenz in einem ganz anderen Land aufzubauen: auf Malta. Bevor er auswanderte, hat er sich noch einmal bei mir gemeldet, wollte sich auf einen Plausch treffen. Wir haben’s nicht geschafft. Das letzte Lebenszeichen vom Wolfgang ist die Nachricht von seinem Tod. Ein Unfall war es auf Malta, schon im Dezember. Mehr konnte ich trotz Nachfragen bislang nicht erfahren. Mit 53 Jahren ist er jedenfalls viel zu früh gestorben.


„Lebe, liebe, lache,
wenn es nicht zum Weinen reicht.“

Das war sein Motto auf Facebook. Ja, das passt zum Wolferl. Danke Dir dafür, dass wir ein paar Jahre mit Dir gemeinsam lachen durften!


Karl Öllinger, ehemaliger Bezirksrat der Grünen Leopoldstadt und Abgeordneter zum Nationalrat bis 2017