Unsere Frauen des Jahres 2025


Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2025 verliehen wir Grüne Leopoldstadt am Badeschiff die Auszeichnung „Frauen des Jahres“ an die „Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & Freund:innen‟. Die Ehrung würdigt ihren jahrzehntelangen Einsatz für das Gedenken an die Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück sowie ihren Beitrag zur antifaschistischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Unsere Frauensprecherin Nina Nöhrig hat mit Frauen des Vereins auch ein sehr lesenswertes Interview geführt, das du unter
„Verantwortung ist eine Chance, die Zukunft zu gestalten – ein Gespräch über Erinnerung, Widerstand und Zukunft“ nachlesen kannst.

Gruppenbild des Vereins "Die Ravensbrückerinnen" mit Nina Nöhrig, Frauensprecherin der Grünen Leopoldstadt

Es war eine berührende Feier, die die zahlreichen Gäste daran erinnerte, wie wichtig politische Arbeit ist, wie leicht Menschen extremistischen Ideen verfallen, die anderen das Leben kosten.

Die „Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freund:innen“ engagiert sich seit Jahrzehnten für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und hält die Geschichten von Widerstandskämpferinnen wie Rosa Jochmann und Käthe Sasso lebendig. Durch Bildungsarbeit, Gedenkinitiativen und politische Aufklärung sorgt sie dafür, dass die Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit gerät.

Auftrag und Zeichen setzen

„Die Ravensbrückerinnen stehen für Mut, Widerstand und Solidarität – Werte, die damals wie heute essenziell für unsere Gesellschaft sind. Diese Ehrung ist nicht nur eine Anerkennung für ihre Arbeit, sondern auch ein Auftrag, ihr Vermächtnis in die Zukunft zu tragen“, betonte einleitend Nina Nöhrig, stellvertretende Klubobfrau und unsere Frauensprecherin, die durch den Vormittag führte. „Mit der Auszeichnung setzen wir Grüne Leopoldstadt ein Zeichen für den antifaschistischen Widerstand – gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Strömungen wieder zunehmen.‟

Judith Pühringer, Parteivorsitzende der Grünen Wien, unterstrich in ihren Einleitungsworten: „Die Geschichte der Ravensbrückerinnen zeigt uns, wie wichtig es ist, nicht zu schweigen. Antifaschistischer Widerstand bleibt eine zentrale Aufgabe – damals wie heute. Diese Frauen haben sich gegen Unterdrückung gestellt und kämpfen bis heute für Erinnerung und Gerechtigkeit. Ihre Arbeit verdient höchste Anerkennung.“

Badeschiff Wien: Gäste an Tischen, im Hintergrund singen gerade Frauen des Chors "Frauen singen für Befreiung"
Maren Rahmann mit Ziehharmonika, hinter ihr mehrere Sängerinnen des feministischen Chors
Maren Rahmann und der Chor „Frauen singen für Befreiung“
Bernhard Seitz, Judith Pühringer und andere Gäste bei der "Frau des Jahres 2025" am Badeschiff
Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz, die Parteivorsitzende der Grünen Wien Judith Pühringer und andere Gäste

Nicht weit von Berlin

Musikalisch begleitet wurde die Feier von der für ihre politischen und gesellschaftskritischen Konzerte und Performances bekannte Maren Rahmann und dem Chor „Frauen singen für Befreiung“. Maren Rahmann spielte auf der Ziehharmonika und sang gemeinsam mit Frauen des Chors Widerstandslieder, darunter auch das „Ravensbrück-Lied“:

Nicht weit von Berlin, von der Hauptstadt/Ein Stück Erde, das Wasser umgibt/darauf leben wir hinter der Mauer/darauf steht das KZ Ravensbrück.

Die Frauen des KZs Ravensbrück und der Verein

Die Laudatio hielt die Aktivistin Jutta Matysek, Obfrau des Vereins „Rettet die Lobau!„: Matysek berichtete über das Lager Ravensbrück, erzählte von den vielen Frauen und den unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Frauen in dem KZ interniert waren, und von den vielen, die in dem KZ ermordet wurden.

Wie sich der Verein besonders in den 90er-Jahren entwickelt hat, als in der politischen Landschaft Österreichs rechte Ideen wieder mehr und mehr salonfähig wurden, darüber erzählte Lisa Steininger, die Obfrau der „Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & Freund:innen‟. Andere Frauen, die sich dafür engagieren, dass niemals wieder möglich wird, was damals geschah, wie die Text-, Film- und Theatermacherin Tina Leisch, unsere „Frau des Jahres 2017‟, berichteten über Projekte wie Ausstellungen, Publikationen und Filme, die auch junge Künstler:innen einbinden, um die Erinnerungskultur lebendig zu halten.

Jutta Matysek hält die Laudatio.
Jutta Matysek hält die Laudatio
Rede der Frauen des Vereins "Die Ravensbrückerinnen"
Lisa Steininger, die Obfrau des Vereins, bei der Dankesrede

Never again

Wir Nachgeborenen tragen die Verantwortung für die Gegenwart und müssen aus den Fehlern und Verbrechen der Vergangenheit lernen. Dies gelingt nur durch eine ausgeprägte Erinnerungs- und Diskussionskultur sowie der Einhaltung des im Staatsvertrag festgehaltenen Versprechens, faschistischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten!

Es heißt oft, die Menschheit lerne nicht aus der Geschichte. Lasst uns alle das Gegenteil beweisen! In diesem Sinne: NEVER AGAIN!

DANKE für euer jahrzehntelanges Engagement!

Nina Nöhrig überreicht das Preisgeld für die "Frau des Jahres" in Form eines sehr großen Kartonschecks an die Obfrau der "Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und ihre Freund:innen", daneben weitere Mitglieder des Vereins

Die Auszeichnung „Frau des Jahres“ wird jährlich von den Grünen Leopoldstadt an Frauen und Initiativen vergeben, die sich durch besonderes gesellschaftliches Engagement auszeichnen. Frühere Preisträgerinnen waren u. a. Mirjam Mieschendahl von der Plattform imGrätzl.at, der Verein Orient Express und die Frauen von Train of Hope. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

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