Steine der Erinnerung in der Engerthstraße 211
Als wir letztes Jahr in unser Parteilokal in die Engerthstraße 213 gezogen sind, haben wir uns auf Spurensuche gemacht. Unsere Bezirksrätin Verena Florian hat recherchiert und herausgefunden, dass im Nachbarhaus vor der Shoah sechs Menschen jüdischen Glaubens gelebt haben. Menschen mit Hoffnungen, Träumen und einem Zuhause. Menschen, deren Leben durch die Nationalsozialisten zerstört wurde. Vor kurzem sind in einer feierlichen Zeremonie die Steine gesetzt worden.
Wir erinnern an:
Ludwig Lewinsohn (1896–1945): deportiert nach Auschwitz und anschließend nach Buchenwald. Er wurde in Bergen-Belsen ermordet.
Seine Frau Agnes (*1898) und ihre Mutter Agnes: Ihr Schicksal ist unbekannt.
Israel Chaim Majteles (*1898): 1939 verhaftet, zwangsweise umgesiedelt, 1941 mit seiner Frau ins Ghetto Opole deportiert. Beide konnten im Oktober 1941 nach Wien fliehen. Israel Chaim starb kurz darauf an den Folgen der Haft. Er war im Widerstand tätig.
Anna Majteles (*1895): überlebte als „U-Boot“ bei einer Frau im 4. Bezirk, die sie versteckte. Sie lebte auf 7 m², isoliert und in ständiger Angst, entdeckt zu werden.
Leo Keller (*1926): wurde er 1942 ns Ghetto Riga deportiert, wo die Lebensbedingungen katastrophal waren. Er starb dort im Alter von 16 oder 17 Jahren.
Um ihrer zu gedenken, haben wir Grüne Leopoldstadt „Steine der Erinnerung“ vor ihrem ehemaligen Wohnhaus initiiert, die vor kurzem gesetzt wurden. Ihre Geschichten sind Teil unserer Leopoldstadt – und sie dürfen niemals vergessen werden. Denn Erinnerung bedeutet: Nie wieder.
Vielen Dank an den Verein Steine der Erinnerung, der die Steine gesetzt hat!


