Jugendsportanlage Venediger Au vor dem Aus

Will sich die Stadt Wien wirklich rechtswidrig über eigene Regeln hinwegsetzen?

„Am 1. Juni wurde eine Bautafel an der Jugendsportanlage Venediger Au aufgehängt, dass das alte Kabinengebäude abgerissen wird, gestern wurden dort Bäume zurückgeschnitten“, so der Grüne Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt, Bernhard Seitz. „Alles deutet darauf hin, dass hier die Vorarbeiten für die Errichtung der Sport- und Fun-Halle auf dem Gelände der Jugendsportanlage in vollem Gange sind. Die Grünen Leopoldstadt fordern einen sofortigen Stopp und den Erhalt der bestehenden Sportanlage und des Grünraums für die Bevölkerung, wie er auchin der geltenden Flächenwidmung garantiert ist.“

Sporthalle als „temporäres“ Gebäude?

Hintergrund sind die Pläne von SPÖ-Stadtregierung und -Bezirksvorstehung, auf dem Gelände der Jugendsportanlage Venediger Au eine große Sporthalle unter höchst fragwürdiger Auslegung der Bauordnung als „temporäres“ Gebäude zu bauen und vielleicht nachträglich zu legalisieren.

Wandelbares Grün …

Im Leitbild Grünräume, das 2020 vom Wiener Gemeinderat beschlossen wurde, ist die Fläche, auf der die Halle errichtet werden soll, als “Wandelbares Grün” ausgewiesen, das unbedingt erhalten werden soll. Zudem wurde 2003 in der diesbezüglichen Flächenwidmung auch vom Gemeinderat beschlossen, dass auf dieser als Grünland/Erholungsgebiet/Sport- und Spielplatz gewidmeten Grundfläche keine Gebäude errichtet werden dürfen.

Flächenwidmung

„Es stellt sich die Frage, ob das geplante Vorgehen der Verantwortlichen überhaupt irgendwie in der Wiener Bauordnung Deckung finden kann, was ich bezweifle. Jedenfalls setzt die Stadt das Vertrauen der Bevölkerung in die Integrität der Verwaltung aufs Spiel, wenn sie die kolportierten Pläne jetzt rücksichtslos durchziehen“, kommentiert Planungssprecher Kilian Stark die in den letzten Wochen medial bekannt gewordenen Aussagen über die Errichtung einer großen Sport- und Funhalle auf dem Gelände der derzeitigen Jugendsportanlage Venediger Au.

„Laut geltender Flächenwidmung darf an dieser Stelle einfach nichts gebaut werden. Wenn nun der Chef der Baupolizei in einer Tageszeitung Aussagen tätigt, dass ja ohnehin irgendwann eine Flächenwidmungsänderung kommen würde und daher auch jetzt eine Bautätigkeit überlegt werden könne, so ist das ein ganz schlechtes Beispiel für die Grundstücksspekulantinnen und Grundstücksspekulanten in der Stadt. Dieser Unsinn gehört sofort gestoppt“, schließt Stark.

(OTS, Grüne Wien, 1.6.2022)

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