Köstinger schließt Baumfällungen und Eventzonen im Augarten nicht aus

Rettet den Augarten!

In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen rückt die Landwirtschaftsministerin nicht von geplanten Baumaßnahmen ab.

Im Augarten könnten bald über 100 Bäume gefällt werden, denn das Landwirtschaftsministerium, in dessen Ressort die Bundesgärten fallen, will aus der historischen Gartenanlage eine Eventzone machen. Eine ganz schlechte Idee, wie wir und viele Anrainer*innen meinen und wie auch die 15.000 Unterschriften auf der von uns gestarteten Petition beweisen.

Der Klimasprecher der Grünen im Parlament, Lukas Hammer, wollte daher in seiner parlamentarischen Anfrage​ an Bundesministerin Elisabeth Köstinger wissen, ob sie Baumfällungen im Augarten zustimmen würde und ob sie die Einrichtung von Eventzonen am Sechseckplatz im Augarten (beim Gaußplatz) und auf den Schüsselwiesen (große Picknickwiesen) ausschließen kann. Außerdem wollte er unter anderem auch in Erfahrung bringen, welche Umgestaltungs-Aufträge es gibt.

Leider schließt Köstinger in ihrer wortreichen Antwort​ weder Baumfällungen noch die Einrichtung von Eventzonen aus. Bei der Beantwortung der anderen Fragen der Anfrage bleibt Köstinger nebulös, etwa was die Einbeziehung der Bevölkerung angeht. Und auch über den Stand der Planungen am Sechseckplatz, wo die Fällung der Allee droht, lässt uns die Ministerin im Dunklen. 

Damit stellt sie sich gegen die Leopoldstädter Bezirksvertretung. Diese hat in der Bezirksvertretungssitzung im September mit großer Mehrheit drei Anträge der Grünen beschlossen, die sich klar gegen Baumfällungen und Eventzonen im Augarten aussprechen.

Und sie stellt sich gegen die rund 15.000 Menschen, die unsere Petition „Rettet den Augarten“ ​ unterstützt haben.

Stellungnahme der Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur

Die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖGLA) hat eine Stellungnahme​ zu den geplanten Änderungen im Augarten speziell und zur Gartendenkmalpflege allgemein abgeben. Darin heißt es:

Eine öffentliche Parkanlage auf Kosten ihres ökologischen Werts unter dem Vorwand des Denkmalschutzes wirtschaftlich verwertbar zu machen ist in Zeiten von Klimawandel und Artensterben nicht nur widersinnig, sondern auch wirtschaftlich zu kurz gedacht“, kritisiert ÖGLA Geschäftsführerin Stephanie Drlik. […]

Die im Bereich des Sechseckplatzes viele Jahrzehnte gewachsene Allee ist von hohem ökologischem und gestalterischem Wert. Auch die Verbundenheit der Anrainer*innen und Parkbesucher*innen mit den alten Bäumen ist groß und zu berücksichtigen. Die ÖGLA ersucht die Verantwortlichen der Österreichischen Bundesgärten und der Burghauptmannschaft daher um:

  • Transparenz bei den vorgesehenen Planungen
  • Information und Einbindung der (Fach-)Öffentlichkeit
  • Entwicklung eines offenen und nachvollziehbaren Fachdialoges
  • eine neutrale Bewertung durch unabhängige Fachgutachter*innen.

Wir werden weiter gegen Baumfällungen und Eventzonen im Augarten kämpfen!​

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