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am 23. März

Das war das Fest für Topsy Küppers – Frau des Jahres 2018

Uschi Lichtenegger, Cosma Stöger - Ein voller Erfolg! Die von den Grünen BezirksrätInnen der Leopoldstadt verliehene Auszeichnung „Frau des Jahres“ ging 2018 an Topsy Küppers. Ein Bericht zu diesem Fest, das heuer im Theater Nestroyhof Hamakom statt fand.

Publikum im Theater Nestroyhof Hamakom

Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Beginn unseres Festes „Frau des Jahres 2018 – Ein Fest für Topsy Küppers“ am 11. März, strömten unentwegt Freunde und Freundinnen, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Fans von Topsy Küppers ins Theater Nestroyhof Hamakom​, sodass über den Abend hinweg rund 170 Personen mit uns gemeinsam die Frau des Jahres 2018 feierten.

In ihrer Begrüßungsrede beschrieb Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger, wie aus dem Wunsch, der ersten schwarz-blauen Regierung im Jahr 2002 etwas entgegenzusetzen, als sie in der Staatsoper einen Männer-Award veranstalteten, die Idee der „Frau des Jahres“ geboren wurde. Naheliegend, dieses Fest anlässlich des Internationalen Frauentags zu feiern, das sich 2018 nun schon zum 17. Mal jährt! „Zum Internationalen Frauentag, dem 8. März, ehren die Grünen Leopoldstadt eine Frau - stellvertretend für die zahlreichen Frauen der Zivilgesellschaft, die viel für die Gesellschaft leisten, die Meilensteine für unsere Gesellschaft, das heißt für uns alle, gesetzt haben und dadurch aktiv zu einer besseren Welt beitragen“, so Uschi Lichtenegger. Dabei ließ sie es sich nicht nehmen, auch Ute Bock zu gedenken, die elf Jahre zuvor, 2007 ebenfalls im Theater Hamakom zur Frau des Jahres gekürt wurde. Denn beide Frauen, Topsy Küppers und Ute Bock, haben den unerschrockenen und ungebrochenen Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gemeinsam. „Gerade im Gedenkjahr 1938 – ist es ein wichtiges Zeichen Topsy Küppers und Ihr Schaffen mit dem Preis „Frau des Jahres“ auszuzeichnen, so ist ihr Leben und Wirken ein einziges buntes Mahnmal gegen gesellschaftlichen Rückschritt und für Lebensfreude und Liebe.“​​

Ewa Dziedzic bei Ihrer Rede für Topsy Küppers

Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Sprecherin der Grünen Frauen Österreichs mahnte zu den nach wie vor himmelschreienden strukturellen Nachteilen von Frauen in unserer Gesellschaft. Ungenügende Kinderbetreuungsangebote, diskriminierende Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, eine sich durch Kindererziehung, Haushaltsarbeit oder Pflege von älteren Familienmitgliedern ergebende Teilzeitarbeit folgen oft lediglich Mindestpensionsbezüge. Eine in unsere Gesellschaft eingebettete Ungleichbehandlung von Frauen, die wir Grüne nie tolerieren werden!​

Dann folgte das große Highlight des Abends: Topsy Küppers beschenkte das bestens gelaunte Publikum mit ihrem Jubiläumsprogramm ‚Noch einmal mit Gefühl – eine literarisch-musikalische Revue‘ unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Béla Fischer am Klavier, Stephan Först am Kontrabass und Aliosha Biz an der Violine. Mit viel Charme und Witz besang Topsy Küppers sowohl politische Ungerechtigkeiten wie auch ganz persönliche Themen. Zwischen den Liedern erheiterte sie die Gäste mit herrlichen Pointen bestückte Anekdoten aus ihrem privaten und künstlerischen Leben. Ein einmaliges Programm, so facettenreich und doch wunderbar harmonisch und perfekt zusammengestellt, ließ keinen einzigen der Anwesenden unberührt. Vielen Dank, liebe Topsy Küppers, für diesen bezaubernden Auftritt!​

Béla Fischer am Klavier und Topsy Küppers tanzt dazu
Topsy Küppers und Renata Schmidtkunz

Renata Schmidtkunz hielt eine ergreifende Laudatio für ihre Freundin Topsy Küppers und eröffnete mit den Worten: „Endlich ist jemand auf die Idee gekommen, Topsy Küppers zur Frau des Jahres zu machen!“.
Natürlich gingen dieser Auszeichnung schon viele, viele andere voraus, doch diese ist, wie Renata Schmidtkunz meinte „noch mal etwas Anderes, etwas Besonderes insofern, als es auch mit Deinem privaten Wesen, wenn ich das so nennen darf, zu tun hat“. Mit wunderbaren Worten erzählte Renata Schmidtkunz von den Meilen Steinen in Topsy Küppers Leben. Davon, wie sie während des Zweiten Weltkrieges las kleines Mädchen von einer holländischen Familie gemeinsam mit Mutter und Großmutter vor den Nazis versteckt wurde. Wie sie bereits als junges Mädchen wusste, dass die Schauspielerei, das Singen, das Bühnenleben ihr großer Traum war. Von der Ausbildung und den ersten Engagements, von der Ehe mit Komponist und Kabarettist Georg Kreisler und von dieser Ehe entstammenden Kindern Sandra und Alexander. Nach dem Ende dieser Beziehung, 1976, folgt eines der größten Ereignisse in Topsy Küppers Leben: sie gründete ein eigenes Theater in Wien: die FREIE BÜHNE WIEDEN. 25 Jahren lang hält sie sehr erfolgreich die Stellung, die „Prinzipalin“ wird „Urwienerin“, die Kabarett-Programme schreibt sie größtenteils selbst, jüdische Themen und die Wiederaufführung exilierter Schriftsteller sind ihr ein Herzensanliegen. Daneben machte sie Dokumentarfilme, arbeitete fürs Fernsehen, schrieb Bücher, immer unterstützt durch ihren 2013 verstorbenen zweiten Ehemann Carlos Springer. Noch im selben Jahr folgte eine erschreckende Diagnose: Darmkrebs. Doch der Ungustl, wie Topsy Küppers ihren Krebs nannte, wurde besiegt.

Mit herzlichen und persönlichen Worten beendet Renata Schmidtkunz ihre Laudatio: „Sie ist diplomatisch – und trotzdem ehrlich. Und das muss man in Wien erst einmal überleben. Sie ist sehr gescheit. Sie ist gebildet. Sie ist politisch. Eine gute Gastgeberin. Eine gute Ratgeberin. Topsy ist eine solidarische Freundin, die einer auch schon mal den Kopf waschen kann. Aber niemals verletzend oder unfreundlich. Und gerade darin zeigt sich ja die Fähigkeit der verlässlichen Freundin: die richtigen Worte zu finden, um der und dem anderen zu helfen, besser zu werden oder eine Irrweg zu verlassen. Sich nicht in Negatives zu verbeissen, sondern zurückzukommen zur Vernunft, die uns trotz Kränkungen weitergehen lässt.“

Ewa-Renata-Topsy-Uschi FdJ 2018

Es folgte die feierliche Ehrung Topsy Küppers zur Frau des Jahres 2018 in der Leopoldstadt durch Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger. Sie betonte: „Angesichts des immer mehr zunehmenden Backlashs gegen die Rechte von Frauen und ihre sozioökonomische Situation, angesichts von latenten Rassismus und Hass der über soziale Medien über uns herüberzieht, angesichts von Liederbüchern und sonstigen Devotionalien die in Kellern diverser Verbindungen ans Licht kommen, deren Mitglieder mittlerweile in hochrangigen Ämtern im Staatsdienst und auch in der Bezirksvertretung Leopoldstadt sitzen, angesichts all dieser Grässlichkeiten tut es gut zu wissen, dass es Frauen wie Topsy Küppers da draußen gibt, die der Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht halten und einen Gegenpol dazu bilden.
Danke Topsy Küppers für dein Leben, dein Werk und alles was du bist!​“​