diversoviel sind unsere Frauen des Jahres 2026
Mit der Auszeichnung würdigen wir das langjährige und beeindruckende Engagement von Hayfa Bejaoui und Stefanie Maczijewski, den Gründerinnen von diversoviel. Den Preis Frau(en) des Jahres verliehen wir am 8. März 2026 zum 25. Mal!
Es ist tatsächlich jedes Mal wieder etwas Besonderes, wenn wir am Internationalen Frauentag zusammenkommen, um die Frau(en) des Jahres auszuzeichnen. Dieses Jahr verliehen wir den Preis zum 25. Mal und dieses Mal konntest du mitentscheiden, wer ausgezeichnet wird, indem du uns eine oder mehrere Frauen vorschlagen konntest, die deiner Meinung nach diesen Preis bekommen sollten. Eine Jury, hochkarätig besetzt mit Frauen des Jahres vergangener Jahre – Elvira Loibl, Gül Lüle, Mona Aglan, Tina Leisch und Mirjam Mieschendahl – wählte aus den Einreichungen den Verein diversoviel.
Hayfa Bejaoui und Stefanie Maczijewski gründeten diversoviel 2021. Der Verein bietet in der Franzensbrückenstraße 19 einen offenen Raum für Begegnung, Bildung, Kultur und Austausch – besonders für Frauen und Mädchen – und stärkt so den sozialen Zusammenhalt im Grätzl. Diversoviel steht für gelebte Vielfalt, Empowerment und solidarische Nachbarschaftsarbeit im Zweiten.
In den Worten der Gründerinnen Hayfa Bejaoui und Stefanie Maczijewski klingt das so:

„diversoviel ist kein Jugendzentrum, kein Senior:innen- oder Migrant:innentreff, kein Nachbarschaftszentrum und keine Beratungsstelle, sondern ein Community Space und eine Möglichkeit für alle.
Wir kreieren bei und mit Diversoviel unsere eigene Community und laden alle ein, daran teilzuhaben und mitzugestalten.
Bei Diversoviel ist niemand (nur) Mentor:in oder Mentee, Helfer:in, Schützling, Buddy, Lehrer:in.
Vielmehr sind wir diversoviele und jede und jeder kann bei uns in unterschiedliche Rollen schlüpfen, teilhaben und beitragen.“
Das Fest
Dieses Jahr fand die Verleihung im Spitzer in der Taborstraße statt. Nina Nöhrig, unsere Klubobfrau, führte wie schon die letzten Jahre durch den Abend.
Die Frauensprecherin der Wiener Grünen und stellvertretende Klubobfrau Julia Malle wies in ihrer Rede darauf hin, dass es gerade weltweit bei den Rechten für Frauen solche Rückschritte gebe, wie wir sie uns gar nicht mehr hätten vorstellen können.

Monika Vana, Grüne Abgeordnete zum Europäischen Parlament a. D., war vor 25 Jahren, als der Preis der Grünen Leopoldstadt zum ersten Mal verliehen wurde, dabei und erinnerte an die Verbesserungen, die die letzten 25 Jahre, besonders auch auf europäischer Ebene, für Frauen erreicht wurden.

Wie die Idee zu dem Preis entstand
Uschi Lichtenegger, die von 2016 bis 2020 als erste Grüne und erste weibliche Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt amtierte und sich jetzt als Bezirksrätin engagiert, erzählte, wie vor 25 Jahren die Idee zu dem Preis entstand: In Wien seien 2001 internationale Men’s Awards verliehen worden. Gerda Medek, die leider vor zwei Jahren verstarb, Heidi Cammerlander und sie waren davon überzeugt, dass es in der Leopoldstadt sehr viele Frauen gibt, die Hervorragendes leisten, Frauen, die sich für die Zivilgesellschaft einsetzen, aber die oft im Hintergrund bleiben. „Wir machen sie sichtbar“, entschieden die drei Grünen, „wir verschaffen ihnen eine Bühne.“ Und so wurde 2002 mit der Schriftstellerin, Malerin und Fotografin Marianne Schoiswohl die erste Frau des Jahres der Leopoldstadt ausgezeichnet.

Warum ist diversoviel so wichtig?
Mona Aglan, die 2022 als Beraterin und Betreuerin von Orient Express gemeinsam mit Najwa Duzdar den Preis „Frauen des Jahres“ entgegengenommen hatte, sagte in der Laudatio, verfasst von allen fünf Frauen in der Jury (die gesamte Laudatio kann am Ende des Beitrags als Download nachgelesen werden):

Warum ist diversoviel so wichtig?
Diversoviel ist ein Ort der geplatzten Blasen.
Unsere eigenen Ängste und Vorurteile halten uns oft zurück in den politischen und kulturellen Biotopen, in die wir hinein erzogen wurden oder in die es uns zufällig verschlagen hat.
Für Veränderung offen zu bleiben, ist eine Herausforderung.
Denn bequemer ist es, das eigene Weltbild für das einzig wahre, einzig legitime zu halten und alle, die anders leben, für Trottel.
Die Algorithmen der Sozialen Medien verstärken diese Absonderung der Menschen voneinander noch weiter.
So leben wir in paradoxen Zeiten: Einerseits werden unsere Gesellschaften vielfältiger, bunter, diverser.
Andererseits gibt es – außer in den Schulen – wenige Orte, an denen Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen sich miteinander austauschen, wo man Andersdenkenden zuhören und Vorurteile durch Erkenntnis oder sogar durch Verständnis ersetzen und den eigenen Horizont erweitern könnte.
Mit diversoviel haben Stefanie Maczijewski und Hayfa Bejaoui einen Ort geschaffen, an dem wir unsere Blasen platzen lassen können.
Und damit auch eine Anlaufstelle für Menschen, die gerne teilhaben möchten, aber in unserer Gesellschaft oft nicht willkommen geheißen werden.
Die Preisverleihung

Unsere Klubobfrau Nina Nöhrig übergibt den Preis an Stefanie Maczijewski. Der Wanderpokal wurde von der Künstlerin Sandrina Rausch designt und wird von nun an jedes Jahr an die Frau(en) des Jahres übergeben. Außerdem gibt es ein Preisgeld in der Höhe von 2000 Euro. Wir gratulieren herzlich und freuen uns sehr!






Wir danken allen, die mit uns das Fest für diversoviel gefeiert haben!
Vielen Dank auch an die Jury: Elvira Loibl, Gül Lüle, Mona Aglan, Tina Leisch und Mirjam Mieschendahl!
Und besonderen Dank an Hayfa Bejaoui und Stefanie Maczijewski für ihr Engagement!

Laudatio auf den Verein diversoviel

Grüne Zeitung: 25 Jahre Frau des Jahres
Unsere Jury stellt sich vor – Gleichberechtigung beginnt im Grätzl